BernKurier
Bern, 7. November 2026Wintersession in 23 Tagen

Titelseite, Ausgabe vom Samstag

Was der Bund in diesem Winter entscheidet, und was davon Bern trifft

Am 30. November beginnt im Bundeshaus die Wintersession. Auf der Traktandenliste stehen die Revision des Mietrechts, die Beiträge an die Hochschulen und der Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative. Für die Stadt Bern sind das keine entfernten Geschäfte. Die Mieten im Stadtgebiet liegen über dem schweizerischen Mittel, die Universität wartet auf einen Beitragsentscheid des Parlaments, und die Aareufer sind Gegenstand einer laufenden Vernehmlassung. Wir begleiten die Session vom Kommissionsentwurf bis zur Schlussabstimmung, mit Dokumenten, Fristen und Aktenzeichen.

Sitzungstage bis zur Schlussabstimmung
15
Sitzungstage bis zur Schlussabstimmung
Vorstösse aus dem Kanton Bern
41
Vorstösse aus dem Kanton Bern
Vernehmlassungen mit Berner Bezug
7
Vernehmlassungen mit Berner Bezug
Tage bis zum Sessionsbeginn
23
Tage bis zum Sessionsbeginn
Stillleben auf einem Tisch: Mikrofon, gefaltete Zeitung, Füller und Karteikarten
Redaktionstisch, BundesplatzBild: Bern Kurier

Die Lage vor der Wintersession

Das Mietrecht ist der Punkt, an dem sich die Session entscheidet. Der Nationalrat berät in erster Lesung einen Kommissionsentwurf, der die Anfechtung von Anfangsmieten erleichtern will. Für Bern zählt die Zahl der Betroffenen: Rund zwei Drittel der Haushalte in der Stadt mieten. Wer eine Wohnung sucht, findet im Schnitt 0,6 Prozent der Wohnungen leer, und in den sechs Stadtteilen unterscheiden sich die Mieten stärker als zwischen einzelnen Kantonen.

Bei den Hochschulen geht es um Geld, das der Bund auf vier Jahre zusichert. Der Bundesrat hat 214 Millionen Franken für den Kanton Bern vorgesehen, verteilt auf Universität, Pädagogische Hochschule und Berner Fachhochschule. Die Finanzkommission hat die Beratung auf den 24. November verschoben, weil die Rechnung 2025 tiefer ausfiel als budgetiert. Das Verschieben ist kein Beschluss, aber es verändert den Zeitplan der Institute, die ihre Stellenplanung im Dezember abschliessen müssen.

Die Aare ist der dritte Punkt, und der einzige, bei dem die Stadt zuerst entscheidet. Das Stadtgrün Bern will die Uferwege zwischen Marzili und Eichholz sichern und hat dazu eine Vernehmlassung eröffnet. Bis zum 12. Dezember können sich Quartiervereine, Fischereiverbände und Anwohner äussern. Der Bund ist nur indirekt beteiligt, über den Schutz der Auengebiete von nationaler Bedeutung.

Unsere Redaktion arbeitet mit den amtlichen Unterlagen: Botschaften, Kommissionsprotokolle, Vernehmlassungsantworten, Stadtratsprotokolle. Wo eine Zahl nicht belegt ist, schreiben wir das. Wo eine Quelle fehlt, fragen wir nach, bevor der Artikel erscheint.

Sessionstermine

SessionBeginnEndeSchwerpunkt
Wintersession 202630.11.202618.12.2026Mietrecht, Hochschulbeiträge
Frühjahrssession 202701.03.202719.03.2027Voranschlag, Aussenpolitik
Sommersession 202707.06.202725.06.2027Raumplanung, Landwirtschaft
Herbstsession 202713.09.202701.10.2027Sozialversicherungen

Termine nach Angaben der Parlamentsdienste. Änderungen während der Session bleiben vorbehalten. Sessionenplan auf parlament.ch

Stillleben mit Anschlagbrett, Stempel und Lineal auf einem Amtstisch
Amtliches, gesammelt und sortiert. Was in Bern beschlossen wird, steht zuerst in einem Dokument.

Amtliches

Publikationen, die selten gelesen werden und viel erklären

Jede Woche erscheinen in Bern Dutzende Bekanntmachungen: Bauanzeigen, Stellenausschreibungen, Vernehmlassungen, Submissionsentscheide. Die meisten verschwinden nach sieben Tagen aus dem Amtsblatt. Wir lesen sie und schreiben auf, was für Mieter, Gewerbetreibende und Studierende konkret gilt.

Wo möglich, verlinken wir das Originaldokument statt es paraphrasiert wiederzugeben. So lässt sich jede Angabe nachprüfen, auch Monate später.

Bekanntmachungen und Fristen

Feldnotizen

3. bis 7. November
  • Die Finanzkommission des Nationalrats verschiebt die Beratung der Hochschulbeiträge auf den 24. November. Der Kanton Bern rechnet mit einem Anteil von 214 Millionen Franken.

  • Die Stadt Bern zählt 214 Baugesuche in den ersten zehn Monaten, 18 mehr als im Vorjahr. Die Bauinspektorate bearbeiten die Gesuche im Schnitt in 62 Tagen.

  • Zur Vernehmlassung über die Aareufer hat das Stadtgrün Bern 63 Stellungnahmen erhalten. Die Frist endet am 12. Dezember.

  • Der Regierungsrat verabschiedet den Bericht zur Wohnraumförderung. Er empfiehlt dem Grossen Rat einen Rahmenkredit von 80 Millionen Franken über acht Jahre.

  • Bernmobil beginnt mit dem Umbau der Haltestelle Bärenplatz. Die Linien 6 und 7 werden bis Mai 2027 über die Marktgasse umgeleitet.

Bern in Zahlen

Die Werte, die in unseren Texten am häufigsten vorkommen, jeweils mit Erhebungsjahr. Wir aktualisieren die Tabelle nach jeder neuen amtlichen Publikation.

KennzahlWertQuelle
Einwohnerinnen und Einwohner, Stadt Bern145'100Stadt Bern, 2025
Einwohnerinnen und Einwohner, Kanton Bern1'062'000BFS, 2025
Sitze im Grossen Rat160Staatskanzlei Kanton Bern
Sitze im Regierungsrat7Staatskanzlei Kanton Bern
Leerwohnungsziffer, Stadt Bern0,6 %Stadt Bern, Erhebung 2026
Medianmiete, 3-Zimmer-Wohnung1'820 Fr.Stadt Bern, Mietpreiserhebung
Studierende an der Universität Bern19'400Universität Bern, 2026

Quellen: Stadt Bern, Statistischer Dienst (2025, 2026); Bundesamt für Statistik (2025); Universität Bern (2026); bfs.admin.ch, bern.ch.

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